CSU Kreisvorstandschaft Rathsmannsdorf


Arbeitsamt-Chef vor CSU-Vorstandschaft

„Nicht auf den guten Zahlen ausruhen!“

Bericht von Josef Holzhammer, Pressesprecher der CSU Passau-Land:
Rathmannsdorf:

Zu einem Arbeitsmarktgespräch mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Passau Dr.Klaus Stein hatte CSU-Kreisvorsitzender Franz Meyer die Vorstandschaft und Ortsvorsitzenden geladen. Er  habe, so Meyer, bewusst dieses Treffen nach Rathmannsdorf verlegt, weil es hier auch ein Zeichen zu setzen gilt, für die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit der Ausweisung von Gewerbegebieten in den Kommunen.

Nachdem Bürgermeister Franz Langner den Anwesenden noch einmal die Modalitäten des Ausschreibungsverfahren erläutert und die korrekter Einbindung auch des BN aufgezeigt hatte, wies Meyer die jetzige Kritik des BN zurück, weil dieser während des gesamten Zeitraumes frist- und formgerecht am Verfahren beteiligt gewesen sei. Der Markt Windorf mit Franz Langner an der Spitze habe in jeder Hinsicht rechtlich konform, objektiv und zukunftsorientiert gearbeitet.

Im Mittelpunkt des Abends standen jedoch die Ausführungen von Dr.Klaus Stein zur Arbeitsmarktsituation im Einzugsgebiet der Agentur Passau.

Dr.Stein bewertete die aktuelle Situation als sehr erfreulich. Mit einer Arbeitslosenquote von 3,4 % im August komme man nahe an Vollbeschäftigung heran. Dies sei der aktuell niedrigste Augustwert und stehe am Ende einer äußerst positiven Aufwärtsentwicklung seit der Krise 2005/06.

Gleichzeitig sei ein hoher Bestand an offenen Stellen vorhanden. Trotzdem sei nun ein weiterer schneller Abbau der Arbeitslosigkeit nicht zu erwarten, weil eben der noch vorhandene Personenkreis zur Vermittlung einen hohen Betreuungsaufwand verlange.( Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitnehmer ) Hier gelte es auch bei den Unternehmen auf ein Umdenken zu drängen, um diese Beschäftigungssuchenden in Arbeit zu bringen.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe sich auf aktuell

54 000 erhöht, wovon ca.7500 ausländische Beschäftigte sind, meist aus Österreich oder Tschechien.

Gleichzeitig habe sich der Ausbildungsmarkt gravierend verändert. Waren vor 10 Jahren noch mehr Schulabgänger als Ausbildungsplätze vorhanden und der Wettlauf ging um einen Ausbildungsplatz, so hat sich dieses Verhältnis seit einigen Jahren völlig umgekehrt. Zum einen haben dank der Konjunktur die Zahl der Ausbildungsstellen zugenommen und gleichzeitig die Zahl der Schulabgänger abgenommen. So kommen heute 1,5 Ausbildungsplätze auf einen Bewerber und die Unternehmen konkurrieren um Auszubildende. Und diese Entwicklung, so prophezeite Dr.Stein, werde sich noch verschärfen. Bewerber haben somit derzeit eine gute Berufswahlfreiheit. Nicht zuletzt deswegen finden aber auch bestimmte Handwerksberufe kaum Interessenten, weil eben die Mehrzahl in Richtung Büro- oder Einzelhandelskaufmann/-frau tendiere, während Maurer, Bäcker oder Metzger kaum Azubis finden.

Hier gelte es durch Information und Aufklärung einzugreifen, auch und gerade bei der Information durch Schule und Eltern.

Zum Schluss ging Dr.Stein noch auf die vorteilhafte wirtschaftliche Struktur des Bezirks ein und wies auf den hohen Anteil von Unternehmen mit wenigen Beschäftigten hin. Diese Klein- und mittelständischen Betriebe habe auch die Krise bestens gemeistert und sind ein wichtiger Plusfaktor der Wirtschaft im Bezirk. Dazu lobte Dr.Stein noch die hohe Flexibilität der hiesigen Arbeitnehmer, die sich in der großen Bereitschaft zum täglichen Pendeln in die Arbeit zeige.

Im Anschluss an sein Referat stand der Leiter der Agentur Passau den Kommunalpolitikern zu einer regen Diskussion zur Verfügung und rief sie dazu auf, Schule und Wirtschaft noch besser zu verzahnen.

CSU-Chef Meyer stimmte hierin zu und nannte das Projekt „Technik und Kinder“ oder auch den JU-Lehrstellenspiegel oder die Wirtschaftsmesse als Beispiele dieses Bestrebens. Auf keinen Falle solle man sich auf den derzeit guten Zahlen ausruhen, sondern entsprechende Rahmenbedingungen wie gute schulisches und kulturelle Angebote schaffen, aber auch die Integration gerade jugendlicher Zuwanderer in Ausbildungsberufe.

Nicht zuletzt zähle auch eine gute Infrastruktur als wichtige Voraussetzung. Deshalb fordere die CSU die sofortige Sanierung der A3, deren Aufnahme in den Wegeplan und den dreispurigen Ausbau in Abschnitte, ohne jede Aufrechnung auf die A 94.

 

ho.

 

Foto: (ho)

Dr.Klaus Stein von der Agentur für Arbeit in Passau referierte vor der Kreis-CSU über die Arbeitsmarktsituation im Betreuungsbereich. DSCN0583_30